Flora und Fauna

Durch menschliche Eingriffe ist ein großer Teil des ursprunglichen Baumbestandes auf Rügen abgeholzt worden. Der größte Teil der Moore, Dünen und Küstenstreifen wäre bewaldet. Mit der Kultivierung der Landschaft durch den Menschen überwiegt heute der landwirtschaftliche Charakter mit einem stark zurückgedrängten Waldanteil. Die ältesten Laubwaldgebiete befinden sich in der Stubnitz und Granitz, in denen die Rotbuche vorherrscht.

In der wärmeren Granitz mit dem sandigen Boden tritt zudem die Traubeneiche auf. Der Granitzwald ist im Norden der Insel eher moosreich und im Süden breitet sich das Waldreitgras aus. In Küstennähe, mit kalkreichem Geschiebemergel, findet sich eine reichere Pflanzendecke. 

Buschwindröschen
Die Stubnitzwälder sind bekannt für ihren Orchideenreichtum. Im Frühjahr beginnt die Blütenpracht mit Leberblumen und Buschwindröschen und Schlüsselblumen, später kommen dann noch Maiglöckchen hinzu. 

Kiefernwälder bestimmen das Bild auf dem Bug, der Schaabe und der schmalen Heide. Die Kiefernwälder in Küstennähe sind erst vor 150 Jahren durch systematische aufforstung entstanden. Nachdem die Küstengebiete im Mittelalter für Weidelandgewinnung abgeholzt wurden, übernehmen die Kiefern eine Schutzfunktion vor der Ausweiten des nähstoffarmen Dünensandstreifens. Die Vegetation ist gerade in diesem Gebiet sehr empfindlich gegenüber Einwirkungen des Menschen. Ins Landesinnere wechseln Flechten- und Zwergstrauch-Kiefernwälder die hohen Wälder ab.

Raps im Juni
Im August bereichert die blühende Besenheide das Bild. Der immergrüne Strauch der Stechpalme oder Hülse ist überwiegend im mittleren Inselteil zu finden. In den Mukraner Hülsenbüschen sind sie sogar baumartig zu finden. Das dänische Löffelkraut kleidet die Küsten- und Boddenufer im Frühjahr weiß ein.

Der Vogelfauna sind einige Brutbiotope in den nicht öffentlich zugänglichen Naturschutzgebieten erhalten. Hier finden sich Möwen, Seeschwalben und Watvögel ein.Die Vogelinsel Hiddensee ist mit dem Verbot des privaten Autoverkehrs das konsequenteste Schutzgebiet. Im Frühjahr und Herbst rasten hier, wie auch in den Boddengebieten, Buchten und Salzwiesen, Kraniche und Gänse auf Ihren Wanderflügen.